Texte von Thomas Szasz
Mythos Geisteskrankheit
Übersetzung des Artikels »The Myth of Mental Illness«, erschienen in American Psychologist, Band 15 (1960), dem ein Jahr später das berühmte Buch mit demselben Titel folgte.
Der Kampf der Psychiatrie gegen strafrechtliche Verantwortlichkeit
Als formale medizinisch-rechtliche Verfahren sind die Verteidigung mit Unzurechnungsfähigkeit im Strafprozess und die zivilrechtiche Anordnung psychiatrischer Zwangsmaßnahmen symmetrische Taktiken: im einen Fall wird die Idee einer Geisteskrankheit dazu benutzt, eine schuldige Person von der Verantwortung für ihr Verbrechen freizusprechen; im anderen Fall wird die Idee einer Geisteskrankheit dazu benutzt, eine unschuldige Person anzuklagen, »auf gefährliche Weise krank« zu sein und sie in einer psychiatrischen Klinik einzusperren. Die Psychiatrie beruht auf diesen beiden Verfahren und würde ohne sie verschwinden.
Töten als Therapie: Der Fall Terri Schiavo
Wir haben kein Recht auf Selbsttötung, dennoch bestehen wir darauf, dass der Respekt vor der »Patientenautonomie« es verlange, dass wir ein Recht auf ärztlich assistierten Suizid hätten. … Kurz gesagt ist die Verbindung der Begriffe »unterstützt« und »Suizid« kognitiv irreführend und politisch schädlich. … Wir sollten den ärztlich assistierten Suizid nicht nur als sozialpolitische Maßnahme ablehnen, sondern auch als Sprachkonvention, und das insbesondere so lange, wie der Suizid illegal ist – verboten durch Psychiatriegesetze und bestraft durch psychiatrische Vertreter des Staates. … Die juristische Definition des ärztlich assistierten Suizids als einer nur durch Ärzte durchführbaren Maßnahme erweitert die medizinische Kontrolle individuellen Verhaltens (insbesondere am Lebensende) und schwächt die Patientenautonomie.
Mises und die Psychiatrie
Übersetzung des Artikels »Mises and Psychiatry«, erschienen in Liberty, Februar 2002, Band 16, Nummer 2.
Geisteskrankheit: Das neue Phlogiston
»Menschen sind hungrig nach Antworten. Und je unwissender und ratloser die Menschen sind, desto zahlreicher sind ihre Antworten und desto sicherer erscheinen sie ihnen. In diesem Sinne gibt es keinen Unterschied zwischen Wissenschaftlern und gewöhnlichen Menschen. …«
Thomas Szasz speaks: Natasha Mitchell im Gespräch mit Thomas Szasz
Übersetzung des Trankskripts eines einstündigen Radiointerviews, das am 4. und 11. April im Rahmen der Sendung »All in the Mind« auf ABC Radio National, Australia, ausgestrahlt wurde.
Therapeutische Zensur
In den 1960er Jahren erhielt der Dokumentarfilmer Frederick Wiseman eine Genehmigung für Dreharbeiten im Bridgewater State Hospital, einer Anstalt für kriminelle Geisteskranke des Staates Massachusetts. Der Film, den er dort drehte, wurde 1967 mit großem Erfolg auf dem New York Film Festival gezeigt. Der Generalstaatsanwalt von Massachusetts untersagte weitere öffentliche Aufführungen und der Oberste Gerichtshof des Staates entschied, dass der Film einen Eingriff in die Privatsphäre der Anstaltsbediensteten und Patienten darstellte. Der Film wurde verboten.
Die Dame in der Schachtel
Übersetzung des Artikels »The Lady in the Box«, erschienen in der New York Times vom 16.2.1982. Die Übersetzung von Tina Stöckle wurde in Irren-Offensive Nr. 2 veröffentlicht.
Anklageschrift gegen den psychiatrischen Zwang
Anklageschrift des Foucault-Tribunals zur Lage der Psychiatrie, das vom 30. April bis 3. Mai 1998 in Berlin stattfand.
Letzte Aktualisierung am 25.09.2011
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